Verfasst von: vcvegesack | 3. Juni 2009

Schwerer Schlag für Deutschen Meister der Masters Uwe Kalz

25.05.2009 Frankfurt am Main,  Uwe Kalz, die aktuelle Nummer 1 der offizielle Rangliste des Bund Deutscher Radfahrer e.V. der Master, ist mit Wirkung zum 25.05.09, 0:00 Uhr für zwei Jahre mit einer Startsperre belegt worden. Der erfolgreichste deutsche Master-Sportler ist gemäß der Anti-Doping Regularien der UCI (Weltradsportverband) auf Grund des Fernbleibens von einer Dopingkontrolle verurteilt worden. Der seit diesem Jahr für das Vegesacker ‚Team Corporate Training’ startende Kalz ist im Oktober 2008 bei der „Copa Europa de Masters “ auf Mallorca der Aufforderung zu einer Dopingkontrolle nicht nachgekommen und nun rückwirkend disqualifiziert und zur Herausgabe der Preise sowie erzielten Preisgelder aufgefordert worden.

 Uwe Kalz ist ein enthusiastischer Amateur-Radsportler, der von der Strafe an sich, aber insbesondere vom Strafmaß schwer getroffen ist. Seine Sperre passt nur allzu gut in den Kanon der Dopingproblematik, mit der der Radsport seit Jahrzehnten in besonderer Form zu kämpfen hat. Nicht mehr nur die Helden der Tour de France, sondern auch die Spitze des Master-Radsports versinkt im Dopingsumpf, so könnten die Unkenrufe lauten. Sicher, im Radsport ist jeder gedopt, wenn er Erfolg hat, so die gern kolportierte Meinung und das in der Öffentlichkeit manifestierte Bild. Es ist unstrittig, dass die Radsportler selbst an der Entstehung dieses Bilds nur allzu tatkräftig mitgewirkt haben. Doch nun bestätigten sich vermeintlich sogar die schlimmsten Hypothesen: Das Thema Doping macht auch vor dem Amateurspitzensport nicht halt. Auch hier wird in der Spitze flächendeckend gedopt, so die viel zitierte Meinung in Internet-Foren und sog. Blogs. Da erscheint es mehr als folgerichtig, dass die Sport- und Schiedsgerichte hier mit Eiseskälte durchgreifen, denn nur durch eine klare Haltung und harte Sanktionen kann man dem Flächenbrand Doping Herr werden.

 Wie bei allem Tun sollte aber auch in diesem Kontext die Frage der Gerechtigkeit als Maxime das Handeln leiten. Gerecht zu urteilen, heißt immer auch, Menschen gleich zu behandeln und Willkür bei der Urteilsfindung auszuschließen. Es geht bei Sanktionen stets darum, abschreckende Wirkungen zu erzielen; doch sollten sie dem Grundsatz der Angemessenheit genügen.

Trotz nachvollziehbarer Verdachtsmomente muss die Unschuldsvermutung stets Gültigkeit besitzen, bis das Gegenteil unzweifelhaft bewiesen werden konnte.

Im Fall des Spitzenfahrers des ‚Team Corporate Training’ scheinen diese Grundsätze nur sehr fragmentarisch Beachtung gefunden zu haben. Es ist unzweifelhaft, dass wer eine Dopingkontrolle versäumt – aus welchen Gründen auch immer – mit Sanktionen zu rechnen hat. Bei einem ersten Versäumnis jedoch gleich zur mächtigsten „Keule“ zu greifen, wirft Fragen auf.

 Es ist sinnlos, nach Erklärungen und Entschuldigungen zu suchen, warum ein bis dato gänzlich unbelasteter Sportler der Aufforderung zur Kontrolle nicht nachgekommen ist. Dennoch: Eine zweijährige Sperre für eine verpasste Kontrolle wirkt doch atemberaubend lang. Sind nicht geständige Dopingsünder lediglich zu einem Jahr verurteilt worden und soll nicht auch in den Herbstmonaten Alexandre Winokurow wieder in den Rennzirkus zurückkehren? Es lässt sich nicht vermeiden, diese Vergleiche zu ziehen, denn auf der Suche nach Gerechtigkeit, stellt man diese Vergleiche zwangsläufig an. Es bleibt der bittere Geschmack, dass an einem Amateursportler ein unvergleichliches Exempel statuiert und die gesamte Ladung des Generalverdachts entladen worden ist, dem nicht mehr, aber auch nicht weniger vorgeworfen werden kann, als einer wie auch immer kenntlich gemachten Kontrolle ohne Vorsatz ferngeblieben zu sein.

 Auf Mitleid oder gar Verständnis kann Uwe Kalz nicht hoffen, denn dafür ist das Image des Radsports zu sehr beschädigt und der öffentliche Druck verständlicherweise zu hoch. Mitleid braucht er auch nicht, aber eine gerechte Behandlung wäre wünschenswert, um den Glauben an einen harten, aber immer auch angemessenen Kampf gegen das Thema Doping nicht zu verlieren. Wer sich einer Form von Willkür ausgesetzt sieht, der ist verzweifelt – dieses gilt für den Radsportenthusiasten Uwe Kalz.


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